Fernsehen und Volksverdummung

Studie: Schlechte Schulnoten durch hohen Fernsehkonsum

Hoher Fernsehkonsum schwächt bei Kindern das emotionale Empfinden und die Schulleistungen. Dies ergab eine Studie der Forschungsgruppe Psychophysiologie der Universität Freiburg. Die Studie konnte nachweisen, dass die schulischen Leistungen von Vielsehern, vor allem im Fach Deutsch deutlich schlechter sind, als bei den Gleichaltrigen, die ihre Freizeit mehr mit Sport oder Bewegung verbringen. Der Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen ist bei den Vielsehern reduziert.

Kinder mit einem Fernsehkonsum von mehr als drei Stunden täglich sehen nach Angaben des Studienleiters Michael Myrtek hauptsächlich “wenig hoch bewertete Sendungen” wie Talk-Shows am Nachmittag. “Darunter leiden auch die Deutsch-Kenntnisse, denn Talk-Shows sind kein Hort der Sprachkultur”, sagte Myrtek. Im Vergleich dazu sehen Kinder mit durchschnittlich rund einer Stunde Fernsehkonsum pro Tag hauptsächlich Tierfilme. Für Myrtek ein Zeichen, dass in dieser Gruppe die Familie den Fernsehkonsum kontrolliert.

Kinder mit mehr als drei Stunden vor dem Fernseher bewegen sich weniger, musizieren weniger und führen weniger Gespräche, sagte Myrtek. Sie seien also häufiger alleine und schlechter Laune. Das Fernsehen führe dann zu einem Stimmungshoch, was schließlich in eine “Fernsehsucht” münden könne. Die Schule und die Sozialkontakte würden als weniger schön erlebt als das Fernsehen. “Diese Schüler stumpfen regelrecht ab gegenüber emotionalen Belastungen” sagte Myrtek.

Der Psychologe zog den Schluss, dass das Fernsehverhalten der Kinder von den Familien besser kontrolliert werden müsse. Dies sei aber schwierig, wenn in rund 25 Prozent der Kinderzimmer ein eigener Fernseher oder ein PC stehe, mit dem TV-Programme empfangen werden können. Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass Vielsehen keine harmlose Beschäftigung sei. Für die Studie waren 200 elf- und fünfzehnjährige männliche Schüler zwei Jahre lang untersucht worden. Sie trugen täglich 23 Stunden lang ein Datenerfassungsgerät mit sich. Über Mess-Elektroden wurden die Herzfrequenz und die Bewegungsaktivität gemessen. Mit diesen Biosignalen konnte die körperliche, emotionale und mentale Beanspruchung errechnet werden. Zudem wurden die Schüler alle 15 Minuten aufgefordert, ihr momentanes Befinden per Knopfdruck in das Gerät einzugeben.


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