Die Bedeutung der Worte

Die Zusammensetzung der Worte und deren Bedeutung

Heute: Die “Verordnung

Schauen wir uns mal an, was Wikipedia zum Begriff “Verordnung” schreibt:

Eine Verordnung (teilweise auch Rechtsverordnung genannt, zum Beispiel in Art. 80 Grundgesetz) benötigt immer eine Verordnungsermächtigung in einem parlamentarisch beschlossenen Gesetz. Urheber einer Verordnung ist nicht das Parlament, sondern die Exekutive; deswegen spricht man bei Verordnungen auch von exekutivem Recht. Das Parlament darf dabei der Exekutive die Freiheit einräumen, unwesentliche Entscheidungen selbst zu treffen, darf jedoch nach der Wesentlichkeitstheorie, die in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts herausgebildet wurde, die wesentlichen Entscheidungen nicht aus der Hand geben; als „wesentlich“ gelten verschiedene wichtige Rechtsfragen, wie unter anderem – aber nicht nur – Grundrechtseingriffe.

Eine Verordnung ist „Gesetz im materiellen Sinn“, da sie ebenso wie ein Gesetz Rechte und Pflichten gegenüber jedem begründet, also gleichsam für jeden „gilt“. Sie ist jedoch nicht „Gesetz im formellen Sinn“, da sie nicht in einem förmlichen Gesetzgebungsverfahren vom Deutschen Bundestag (allerdings möglicherweise vom Bundesrat) beraten und verabschiedet wurde.

Wenn es euch mal so richtig schlecht geht, dann greift ihr zu alten Hausmitteln um euch zu kurieren oder ihr sucht den Arzt auf um euch ein Heilmittel verordnen zu lassen. Es gibt aber auch noch andere Formen der Verordnung, nämlich die politischen Vorgänge bei denen unsere Volksvertreter irgendwelche Rechtsnormen für Regierungs- und Verwaltungsorgane (Exekutive) erlassen, beschließen oder sonstwie in Umlauf bringen.

Als gutes Beispiel kann man den Spitzbubenerlass hernehmen um den Begriff “Verordnung” in seine sinnlichen Bestandteile zu teilen.

In einer Kabinettsorder vom 15. Dezember 1726 verfügte König Friedrich Wilhelm I. in Preußen jedoch mit der ihm eigenen Ironie die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:

„Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann.“

Dieser Preußenkönig war sich seiner Rolle als Regent bewusst und hat die Geschicke des Landes in “ordentliche” Bahnen gelenkt – sprich “geordnet” – blöd ist nur, dass er auch bei diesem Ausspruch im Anschluss “unserer Verordnung gemäß” mit einflicht.

Die heutigen Regierungen “ordnen” gar nicht mehr, sondern sie “verordnen” nur noch.

Schauen wir uns mal an, was das Wiktionary zur Vorsilbe (Präfix) “ver” so schreibt:

Bedeutungen:

[1] eine Vorsilbe, die das betreffende Wort als negativ oder schwierig markiert
[2] eine Vorsilbe, die die Bewegung eines Objekts markiert
[3] eine Vorsilbe, die bestimmt, dass eine Sache mit etwas versehen wird
[4] eine Vorsilbe, die Veränderung bis hin zur Zerstörung beschreibt
[5] eine Vorsilbe, die Fehlverhalten beschreibt
[6] eine Vorsilbe, die bestimmt, dass eine starke, schwer rückgängig zu machende Änderung auf den körperlichen oder seelischen Zustand von jemandem oder etwas einen starken Einfluss ausübt
[7] eine Vorsilbe, die bei vielen Verben zu keiner besonderen Bedeutung führt

Beispiele mit Erläuterung:

  • Verfahren – Wir haben uns verfahren: Wir haben das Ziel nicht erreicht, wir sind vom Weg abgekommen. Trifft das etwa auch bei allen Gerichtsverfahren zu???
  • Versuch – wir haben es versucht: Wir haben alle Anstrengungen unternommen um ein akzeptables Ergebnis zu bekommen, wir haben unsere Vorgaben nicht erreicht, bzw. wir haben die Lösung gesucht aber nicht gefunden.
  • verfehlen – ich habe den Bogen zwar genau angelegt aber ich habe das Ziel verfehlt: Ich habe leider nicht ins Schwarze getroffen.
  • verrückt – das ist ganz einfach und beschreibt den Zustand einer Sache, z.B. ein Schrank, die von einer Ecke in die andere Ecke gerückt wurde. Das Wort beschreibt aber auch den Zustand eines Menschen, die nicht mehr alle Tassen im Schrank oder alle Latten am Zaun hat.

Jetzt kommt das schönste Wort, probiert doch selbst einmal die Bedeutung herauszufinden: “verdienen” – Na, ihr Schlafmichel, habt ihr begriffen, was diese “feinen” Herrschaften seit Jahrhunderten mit uns anstellen? Wenn nicht, schlaft einfach weiter, solange bis das böse Erwachen für euch kommt…

Nur so viel schreibt Wiktionary zum Begriff “ordnen / Ordnung”:

Bedeutungen:
[1] Kosmologie, Physik: Synonym für Organisation
[2] Biologie: Zusammenfassung mehrerer eng verwandter Familien, wobei eine oder mehrere Ordnungen eine Klasse bilden
[3] allgemein: aufgeräumter, organisierter Zustand

Und weil es so einen Spaß macht, strengt eure Birne noch ein letztes mal an und findet heraus, was es bedeutet, wenn uns hier jemand “verwirrt” nennt oder wir als “Verwirrte” bezeichnet werden :mrgreen:


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