Die Wolkenschieber

Der Begriff Geoengineering (auch Geo-Engineering oder Climate Engineering) bezeichnet vorsätzliche und großräumige Eingriffe mit technischen Mitteln in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde. Als Ziele derartiger Eingriffe werden hauptsächlich das Stoppen der Klimaerwärmung, der Abbau der CO2-Konzentration in der Atmosphäre oder die Verhinderung einer Versauerung der Meere genannt.

Der Klimawissenschaftler Alan Robock hat im Jahr 2008 eine aus 20 Punkten bestehende Liste möglicher Gefahren beim Einsatz von Geoengineering zusammengestellt und veröffentlicht. Er stellt abschließend fest, dass mindestens 13 der 20 Punkte Nebenwirkungen und Gefahren für Klimasystem und Umwelt darstellen.

Gefahren

  • Regionale Temperaturveränderungen
  • Veränderungen der Niederschlagsmuster
  • Schädigung der Ozonschicht (bei Aerosol-Geoengineering)
  • Keine Reduktion des CO2-Gehalts der Atmosphäre (bei SRM-Methoden)
  • Keine Verhinderung der Versauerung der Meere
  • Negative Auswirkungen auf Flora und Fauna
  • Verstärkung des sauren Regens (bei Ausbringung von Schwefeldioxid)
  • Auswirkungen auf die natürliche (Zirrus-)Bewölkung
  • Ausbleichung des Himmels
  • Geringere Leistungsausbeute für Solaranlagen
  • Starker Temperaturanstieg, wenn Projekt gestoppt werden muss
  • Menschliches oder technisches Versagen
  • Unbekannte, unvorhersehbare Auswirkungen
  • Negative Auswirkung auf die Bereitschaft zur CO2-Reduktion
  • Missbrauch zu militärischen Zwecken
  • Gefahr bei kommerzieller Kontrolle der Techniken
  • Widerspruch zur ENMOD-Konvention
  • Möglicherweise extrem hohe Kosten (Ausnahme: Aerosol-Geoengineering)
  • Notwendigkeit einer übernationalen Kontrolle
  • Kein Rahmenwerk zur Entscheidungsfindung vorhanden
  • Unvereinbare Interessenskonflikte einzelner Staaten (Wer bestimmt die globale Temperatur?)
  • Erhebliches Konfliktpotential (politisch, ethisch, moralisch)

Besondere Gefahren entstehen, sollten Geoengineering-Maßnahmen zur Kühlung der Erde abrupt unterbrochen werden. In diesem Fall kann es zu extremen Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur um 2 bis 4 °C pro Dekade kommen, also einer Erwärmung mit einer 20-fachen Rate im Vergleich zur jetzigen.


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