Konzept Zivile Verteidigung: Bundesregierung empfiehlt Hamsterkäufe

Die Bundesrepublik Deutschland empfiehlt Hamsterkäufe! Mitten in Zeiten terroristischer Bedrohung erneuert die Regierung ihr Schutzkonzept für die Bevölkerung bei Krisen.

Heute, am 23.08.2016 wird die Bundesregierung zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges wieder ein Konzept Zivile Verteidigung (KZV) beschließen, in dem der Bevölkerung unter anderem geraten wird, “einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten”.

Hortung (abgeleitet von „Hort“), umgangssprachlich auch Hamstern genannt, bedeutet, Gegenstände oder Sachen wegen ihrer Kostbarkeit oder Knappheit zu sammeln und über den Eigenbedarf (bis zur möglichen Wiederbeschaffung) hinausgehend als Vorrat anzulegen. Also die Speicherung eines „Mehrbedarfs“, mehr als bei einer üblichen Speicherung aufgrund jahreszeitlich bedingter Ernte, saisonaler Verfügbarkeit oder nur gelegentlicher Beschaffungsmöglichkeit. Heutzutage hat die Benutzung des Wortes horten meist eine leicht abwertende Konnotation, da, wenn jemand Dinge für eine unsichere Zukunft hortet, diese, von anderen vielleicht dringend benötigten Dinge, nicht mehr zur Verfügung stehen.

Unter dem Begriff Hamsterkauf versteht man Kaufvorgänge, die einzig und allein dem Zweck der Hortung, also dem Anlegen von Vorräten, dienen. Hamsterkäufe können oft, müssen aber nicht als massenpsychologische Phänomene auftreten. Heute wird diese Bezeichnung oft abwertend verwendet, da heute insbesondere Lebensmittel ständig verfügbar sind und eine Hortung als unnötig angesehen werden kann. Der Begriff selbst ist auf das Säugetier Hamster zurückzuführen, das Vorräte in den Backentaschen mit sich herumführt.

Während des Zweiten Weltkrieges kam es zu Hamsterfahrten aufs Land und zu Hamsterkäufen nicht rationalisierter Produkte. Plakate sollten deutlich machen, dass es zu panischer Hortung von Lebensmitteln keinen Anlass gebe. Zugleich appellierten sie an die solidarische “Volksgemeimschaft”, der durch Lebensmittelhortung Einzelner kein Schaden entstehen dürfe.

In den Wirtschaftswissenschaften wird gemäß der Zielsetzung beim betreffenden wirtschaftlichen Handeln vom Sparen das Horten unterschieden. Im Marxismus etwa wird dafür auch häufig von „Schatzbildung“ gesprochen (im Unterschied zu Konsum oder Akkumulation von Kapital).

Geld wird zu Hause, im Sparstrumpf, im Tresor gehortet, während es als Ersparnis bei der Bank angelegt wird. Im Falle des Hortens wird das Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen mit womöglich ungünstigen Auswirkungen auf Konjunktur und Beschäftigung, im zweiten Fall steht das Geld für Investitionen zur Verfügung, wenn es von den Banken an ihre Geschäftskunden verliehen wird. Diese Sicht wird nicht von allen Wirtschaftswissenschaftern geteilt: Es gibt auch die Ansicht, dass das Speichern von Wert (ohne Konterpart) auch eine der Funktionen von Geld ist – und „gehortetes“ Geld damit in der Bedürfnisbefriedigung seines Eigentümers seine Funktion erfüllt.


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