Die Betrüger sind unter uns!

Recyclingbetrug ???

PET-Flaschen sind Behälter aus Polyethylenterephthalat, die mittels eines thermischen Verfahrens aus einem PET-Rohling hergestellt werden und seit Ende der 1980er Jahre unter anderem als Verpackungsmittel mit Schraubverschluss, seltener auch mit Bügelverschluss in der Getränkeindustrie eingesetzt werden. In Ländern mit einem auch Plastikflaschen berücksichtigenden Mehrwegpfandsystem wie Deutschland gibt es neben Einweg- auch Mehrweg-PET-Flaschen, die deutlich dickwandiger und stabiler als Einwegflaschen sind und daher erst nach etwa 20–25 Rückläufen ersetzt werden müssen.

Wer Wasser in Einwegflaschen kauft, entdeckt spätestens an der Kasse die größte Absurdität des Pfandsystems. Denn nicht nur Discounter verkaufen die 1,5-Liter-Flasche zu 19 Cent/Liter – und das flächendeckend – längst haben die Supermärkte beim Preis nachgezogen. Absurd ist nicht nur der Warenpreis, sondern das Flaschenpfand – für Einwegflaschen werden 25 Cent fällig – mehr, als für das Produkt selbst.

Seit das Flaschenpfand in seiner heutigen Form 2003 eingeführt wurde, ist die Kritik über das System groß. Das Ziel, den Verbraucher dazu zu animieren, Mehrwegflaschen zu kaufen, hat das Pfand nicht erreicht. Recherchen eines Wirtschaftsmagazins zeigten schon vor Jahren, dass das System nicht nur ineffektiv ist – sondern durch eine Lücke Millionenschäden verursacht werden: Durch einen Trick im Pfandsystem zahlen die Steuerzahler jährlich bis zu 40 Millionen Euro für den Betrug am System.

Und dieser Kniff funktioniert so: Wer im Einzelhandel Wasser in einer Einwegflasche kauft, zahlt 25 Cent Pfand. Den bekommt er zurück, wenn er die Flasche wieder abgibt. Die Mehrwertsteuer wird hier nicht fällig. Im Großhandel jedoch wird die Mehrwertsteuer auch auf Pfand berechnet: Zu den 25 Cent kommen so noch einmal 5 Cent dazu, auf insgesamt 30 Cent beläuft sich also der Pfand im Großhandel. So regelt es das Gesetz. Pfennigfuchser haben in dieser unterschiedlichen Besteuerung eine Möglichkeit zum Geldverdienen gefunden. Denn wer nun im Einzelhandel eine Flasche (zu 25 Cent Pfand) kauft und im Großhandel (zu 30 Cent Pfand) abgibt, macht 5 Cent Gewinn. Per Gesetz sind die Händler verpflichtet, jede Einwegpfandflasche anzunehmen. Egal wo sie gekauft wurde. Dem Großhandel entsteht dadurch kein Schaden, denn die Mehrwertsteuer wird mit dem Fiskus verrechnet. So finanziert am Ende der Steuerzahler die Masche der Flaschensammler.


Cartoon © copyright: fussel


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