Redensarten

D

  • Das kannst Du halten wie der auf dem Dach (auch: „…wie ein Dachdecker“) — mach, was Du willst, es ist mir egal.
  • Jemandem aufs Dach steigen — jemanden schelten oder bestrafen. Wurde jemand im Mittelalter aus der Gemeinschaft ausgestoßen oder sollte bloßgestellt werden, deckte man sein Dach ab
  • Er hat einen Dachschaden — er ist geistig nicht ganz normal
  • Unter Dach und Fach bringen — Das Wesentliche fertigstellen. Dach und Fach waren ursprünglich die wesentlichen Teile eines (Fachwerk)-Hauses.
  • Etwas aus Daffke tun — etwas aus Trotz oder Mutwillen tun. Bei dieser Berliner Redensart wurde das deutsche Wort „Trotz“ durch das jiddische „davko“ = sicher ersetzt.
  • Etwas erweist sich als ein Dauerbrenner — etwas erweist sich als ein Dauererfolg. Der Begriff leitet sich von Öfen mit lang brennendem Heizmaterial wie Briketts her
  • Jemandem die Daumenschrauben anziehen oder ansetzen — ihm kräftig zusetzen. Bis in die Neuzeit war es üblich, im hochnotpeinlichen Verhör durch das Quetschen von Fingern die Wahrheit zu erpressen. Erst die Aufklärung machte diesen Verhörmethoden in zivilisierten Staaten ein Ende
  • Ei der Daus! — Ausdruck der Verblüffung, des Zorns oder der Verwunderung. Der/das Daus ist im deutschen Kartenspiel das Ass, also die höchste Spielkarte. Vermutlich hat der Ausdruck aber dennoch nichts damit zu tun, sondern vielleicht eher mit dem niederdeutschen “Dus” für Tausend. Daus könnte auch vom mittellateinischen Wort „dusius“ = Dämon abstammen und einem Ausruf wie Oh, mein Gott nahe kommen.
  • Unter einer Decke stecken — Im Geheimen mit jemandem zusammenarbeiten. Aus dem germanischen Eherecht, wonach die Ehe als geschlossen galt, wenn sich die Neuvermählten in Gegenwart von Zeugen unter eine gemeinsame Decke begaben
  • Einen Denkzettel verpassen — Jemanden eine Lektion erteilen.
  • Mit jemandem durch dick und dünn gehen — In guten und schlechten Zeiten zu ihm halten. Die Redewendung verträgt sich aber nicht mit:
  • Wenn es dick kommt — Wenn es schlimm wird
  • Hier herrscht dicke Luft – Die Stimmung ist schlecht oder bedrückend. Auch als Synonym für Smog (im Sinne von stickig und angefüllt mit Teilchen) verwendet. Dick ist bezüglich der Stimmung im Sinne von dicht gebraucht, denn dichte, komprimierte Luft kann explosionsartig entweichen. Dicke Luft meint im Landserjargon auch Trommelfeuer.
  • Auf Draht sein — Aufmerksam, wachsam sein. Rasch einen Vorteil erkennen. Aus der Telefon-/Telegrafensprache abgeleitet
  • Einen Drahtseilakt vollführen — Große, nach außen kaum sichtbare Anstrengungen unternehmen, um ein hoffnungsloses Unternehmen zum guten Ende zu führen. Aus der Zirkuswelt, wo gewagte Drahtseilakte die Höhepunkte der Vorstellung sind
  • Er war der Drahtzieher in der ganzen Geschichte — Er steuerte im Verborgenen die ganze Sache. Der Drahtzieher ist hier eine Person, die – selbst unsichtbar – eine Marionette an Fäden oder Drähten bewegt.
  • Er hat Dreck am Stecken — Er hat Schuld (auf sich geladen), hat keine makellose Vergangenheit
  • Er ist mit dem D-Zug durch die Kinderstube gerast — Er verfügt über geringe Moral oder Rücksicht, hat eine schlechte Erziehung genossen.
  • Der Drops ist noch nicht gelutscht — Es ist noch nichts entschieden, es kann noch alles passieren.