Stilblüten 42

  • Ich wünsche mir für mich den idiellen Mann. Er darf nicht rauchen, nur alkohollose Getränke trinken und ich muss immer wissen wo er hingeht. Wenn er das nicht tut, werde ich andere Saiten aufziehen.
  • Mein Mann, den ich heirate, muss gut aussehen und sauber sein und darf keine Schlampe sein.
  • Meinem Bruder hat es so geschmeckt, dass er seinen Teller zweimal bis an den Rand vollgemacht hat.
  • Vor drei Monaten hat mein Bruder geheiratet. Seither macht er einen sehr befriedigten Eindruck.
  • Auf der ausgelaufenen Ölspur verloren dann mehrere Autofahrer den Kopf, drehten sich um sich selbst und fuhren dann ineinander hinein.
  • Der liebe Gott ist ein großer Herr mit einem dichten weißen Bart. Ich habe ihn aber noch nie gesehen. Bei der Konfirmation meiner Schwester war er da, der Herr Pfarrer hat es gesagt. Aber da war es zu voll.
  • Die Inder werden in einem Kasten geboren, den die Götter für sie ausgesucht haben.
  • Einer aus Hannover war abends noch nicht zurück. Auch am anderen Morgen nicht. Die Männer von der Bergwacht gingen los. Als sie ihn fanden, lag er mit gebrochenem Glied in einer Spalte.
  • Im Fernsehen gefällt es mir gar nicht, wenn alte Filme kommen, in denen nur tote Schauspieler mitspielen.
  • Mein neues Schwesterchen gefällt mir sehr. Aber dass sie immer brüllt, gefällt mir nicht so sehr. Schade, dass so was nicht leise zu kriegen ist.

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Stilblüten 41

  • Auf dem Friedhof liegen die Gestorbenen begraben, die dort ihre letzte Ruhe gefunden haben. Aber auch andere Menschen werden dort beerdigt.
  • Der Jagdherr aus der Stadt war ganz verrückt nach dem Wild. Mein Vater musste alle Nachbarn zusammenholen und der Herr versprach ihnen eine hohe Belohnung, wenn sie es mit ihren Hunden treiben.
  • Die Haut umgibt den Körper und schützt ihn. Sie hält Schmutz und Wind vom Fleisch und von den Innereien ab. Deshalb muss man sie auch immer ordentlich schrubben, damit der Schmutz nicht nach innen dringt.
  • Eine Insel ist ein Stück Land, das ganz alleine im Meer steht, nur von Wasser umgeben. Eine Halbinsel dagegen ist eine Insel, die sich noch nicht von der festen Mutter Erde trennen konnte und sich mit einer Hand noch an ihr festhält.
  • Ich war schon dreimal im Krankenhaus. Das erste Mal bekam ich dort die Masern, dann den Mumm und zuletzt die Mandeln.
  • Mein Opa ist manchmal ziemlich tatterig. Wenn es im Winter draußen Glatteis hat, geht er nicht mehr hinaus, weil er Angst hat, dass er sich das eine oder andere Glied bricht.
  • Mein Großvater geht seit dreißig Jahren jede Woche zu seinem Kegelabend. Er sagt, er habe da noch nie einen fahren lassen.
  • Meine zukünftige Frau muss schöne Haare und Augen haben. Sie muss einen großen Hund und eine Katze mögen. Die Kinder müssen nur Knaben sein.
  • Vor allem Frauen fahren gern oben ohne und wundern sich dann, wenn sie die Folgen spüren.
  • Der Kuckuck legt seine Kinder einfach in andere Nester, um sich so die Miete zu ersparen.

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Stilblüten 40

  • Hermann und Dorothea machten aus ihrer Not das Beste und heirateten.
  • Kinderunfälle entstehen meistens durch unvorsichtiges Spielen an gefährlichen oder verbotenen Stellen.
  • Die Seidenraupen haben sich in der Neuzeit so weiterentwickelt, dass sie jetzt auch Kunstseide spinnen können.
  • Das Gas schleudert das Magma, das in der Zwischenzeit zu Lava geworden ist, viele Meter in der Gegend umher.
  • Die berühmteste deutsche Dichterin ist die Hedwig Kurzmaler. Sie hat über zweihundert Romane geschrieben, die alle Bestseller waren. Sie war auch die Erfinderin des Happy-Ends, das immer den Schluss ihrer Bücher krönte.
  • Meine Oma ist schon sehr alt, über achtzig, glaube ich, denn am Kopf und an den Händen schlottert sie vor lauter Alter.
  • Seit meine Schwester ihren neuen Freund hat, wirft sie ihm immer schmachtvolle Augenblicke zu, sobald sie nur einen Zipfel von ihm sieht.
  • Wenn man sich einen Kaiserschnitt machen lässt, kommen die Kinder vornehmer auf die Welt.
  • Als er sah, dass die Schlacht verloren war, weil die meisten seiner Soldaten tot ins Gras gebissen hatten, stellte er sich vor den siegreichen Gegner und übergab sich.
  • Das Glück ist etwas sehr Unsicheres. Mein Vater spielt schon seit fünf Jahren Tote und nie hat es uns überrascht.

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Stilblüten 39

  • Kinder werden vom Fernsehen im Schlaf beschnitten.
  • Meine Oma ist schon alt wie ein Stein. Ihr Gesicht ist ganz zerknittert, vor allem ihre Stirn ist vielfältig. Ihre Hände zittern wie Espenlaub, aber nicht immer, manchmal ist sie auch ruhiggestellt.
  • Die Bernhardinerhunde finden die Menschen auch unter tiefem Schnee, weil die Verschütteten riechen, wenn sie tot sind.
  • Die Schwestern im Krankenhaus müssen sich auch bei Männern gut auskennen.
  • Gregor kam am Dienstag zu spät zum Unterricht, da er Probleme mit dem Verkehr hatte.
  • Als die Männer zurückkamen, waren sie steifgefroren. Sie standen um das prasselnde Feuer und wärmten ihre Glieder.
  • Das Fließ der Schafe wird dürr und hager, sodass man sie im hohen Gras nicht mehr sieht.
  • Seit der neuen Regierung blickt auch die Industrie wieder mit gewinnbringenden Augen in eine aufsteigende Zukunft.
  • Wenn man nach New York telefonieren will, liegt dort die Zeit mindestens sechs Stunden zurück. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Amerika nach uns entdeckt wurde.
  • Als die römischen Soldaten durch den Wald zogen, hörten sie es plötzlich hinter den Büschen gewaltig rauschen. Das waren Hermann der Cherusker und seine Germanen.

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Stilblüten 38

  • Die Römer verfolgten die Christen, weil sie die öffentliche Liebe propagandierten.
  • Die Bauern haben es da besser als die Großstädter. Sie können ihr Geschäft meistens in der freien Natur erledigen. Wir in der Stadt müssen dazu U-Bahn, die Straßenbahn und den Bus benutzen.
  • Wenn man arbeitet oder in die Schule muss, folgt auf jedes Wochenende immer wieder ein Montag. In den Ferien gibt es das nicht.
  • Als der Hansi und ich am Freitagabend loszogen, um Äpfel zu organisieren, hat uns der Bauer mitten im Flagranti erwischt.
  • Das Auge des Adlers ist so scharf, dass es hoch in der Luft eine Maus aus ihrem Loch kriechen sieht.
  • Meine Mutter ist eine schöne Frau und man sieht es ihr immer noch an, dass sie einmal jung war.
  • Schulen und Krankenhäuser mangeln. Ihre notbedürftigen Behausungen fallen schon bei Sturm um.
  • Geld ist unheimlich ungesund, weil es wimmelt von Bazillen, sagt meine Mutter. Sie weiß das genau, weil ihr das Geld nur so durch die Finger rinnt.
  • Jeder Mensch, auch die Frauen, darf sich mit achtzehn seinen Abgeordneten selber aussuchen.
  • Meine Mutter musste als Freiwillige im Wahllokal helfen. Sie stand die ganze Zeit an der Urne und passte genau auf, dass die Leute ihre Sachen ordentlich in ihren Schlitz steckten.

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